Weinkühlschrank oder Kühlschrank: Was braucht dein Wein? (#37)
Shownotes
Warum kann Zimmertemperatur den Geschmack von Rotwein ruinieren? Die bekannte Regel stammt aus einer Zeit, in der Wohnräume deutlich kühler waren. Bei heutigen Raumtemperaturen von rund 22 Grad können Alkohol und Tannine zu stark hervortreten, während die feinen Aromen in den Hintergrund geraten.
In dieser Folge von "Geniale Küchenplanung", dem Küchenfinder Podcast, erfährst du:
- Bei welchen Temperaturen leichte, mittelkräftige und schwere Rotweine am besten schmecken
- Warum der normale Kühlschrank für die längere Weinlagerung zu kalt und das Küchenregal häufig zu warm ist
- Worin sich Weinklimaschrank und Weintemperierschrank unterscheiden
- Worauf du bei Größe, Temperaturzonen, Luftfeuchtigkeit, Vibrationen und Energieverbrauch achten solltest
Leichte Rotweine können bereits bei etwa 14 Grad serviert werden, mittelkräftige Sorten bei ungefähr 16 Grad. Selbst schwere Rotweine schmecken häufig bei 18 bis 19 Grad ausgewogener als bei moderner Zimmertemperatur.
Wie lagert ihr euren Wein: im Küchenregal, im Kühlschrank, im Keller oder in einem eigenen Weinkühlschrank? Schreibt uns eure Erfahrungen in die Kommentare.
Weitere Tipps zur Weinlagerung und zur Integration eines Weinkühlschranks in die Küche findest du unter magazin.kuechenfinder.com.
Hinweis: Dieser Podcast basiert auf redaktionellen Inhalten von Küchenfinder und wurde mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz erstellt. Die Stimmen und die abgebildeten Personen auf dem Podcast Cover sind KI-generiert. Die Dialoge entstehen auf Basis realer Informationen. Alle Inhalte wurden sorgfältig aufbereitet, um dir die Küchenplanung so einfach und hilfreich wie möglich zu machen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn du dein Rotwein heute Abend bei der
00:00:02: üblichen Zimmertemperatur trinkst, dann trinkst du eigentlich ja
00:00:04: flüssige, leicht alkoholische Marmelade.
00:00:07: Warum das so ist, das schauen wir uns
00:00:09: heute mal genauer an.
00:00:11: Willkommen zu einer neuen Folge von Geniale Küchenplanung,
00:00:13: dem Küchenfinder-Podcast.
00:00:15: Wir tauchen heute so richtig in die echte
00:00:17: Physik des Weingenusses ein.
00:00:20: Denn diese alte, eiserne Regel, Rotwein gehört auf
00:00:23: Zimmertemperatur, die ruiniert uns eigentlich jeden guten Tropfen.
00:00:26: Absolut.
00:00:27: Wir brechen das heute mal runter, wie du
00:00:29: da wirklich das maximale Aroma rausholst.
00:00:32: Und zwar ohne, dass du gleich den Bagger
00:00:34: für einen riesigen, traditionellen Weinkeller bestellen musst.
00:00:36: Genau, Bagger bleibt in der Garage.
00:00:39: Ich habe mich nämlich zur Vorbereitung so ein
00:00:41: bisschen durch die Analysen im Küchenfinder-Magazin unter
00:00:44: magazin.küchenfinder.com gewühlt.
00:00:46: Und was mich echt überrascht hat, ist halt
00:00:48: die Frage, wo die meisten Menschen ihren Wein
00:00:50: lagern.
00:00:52: Entweder im normalen Kühlschrank, so direkt neben der
00:00:54: Salami oder halt mega dekorativ auf der Küchenseile.
00:00:57: Und beides ist wohl ein massives Problem.
00:00:59: Oh ja, das ist oft wirklich der sichere
00:01:01: Tod für die Aromen.
00:01:03: Also der normale Kühlschrank ist mit seinen vier
00:01:06: bis sieben Grad einfach viel zu kalt.
00:01:08: Da schmeckt man dann gar nichts mehr ohne.
00:01:09: Richtig.
00:01:10: Die Kälte betäubt den Wein förmlich.
00:01:12: Er verschließt sich total, schmeckt dann komplett neutral.
00:01:16: Aber die Küchenseile ist eben das genaue Gegenteil,
00:01:18: also das andere Extrem.
00:01:20: Weil unsere Wohnräume heute einfach viel zu warm
00:01:23: sind.
00:01:23: Genau.
00:01:24: Wir haben heute oft 22 Grad oder sogar
00:01:27: noch Wärme im Raum.
00:01:28: Und diese alte Regel mit der Zimmertemperatur, die
00:01:31: stammt ja eigentlich aus dem 19.
00:01:32: Jahrhundert.
00:01:33: Das hat mit der heutigen Realität überhaupt nichts
00:01:35: mehr zu tun.
00:01:36: Klar, die saßen damals ja in so richtig
00:01:38: zugigen, kalten Burgen.
00:01:40: Aber wenn ich jetzt an so einen 22
00:01:42: -Grad-Wein denke, der schmeckt dann im Glas
00:01:44: oft extrem brandig.
00:01:46: Ja, exakt das passiert.
00:01:49: Weil der Wein zu warm ist, verdunstet der
00:01:50: Alkohol viel schneller.
00:01:51: Und dieser stechende Alkoholgeruch überdeckt dann einfach sofort
00:01:54: diese feinen Fruchtnoten.
00:01:56: Und gleichzeitig wirken dann die Tannine, also diese
00:01:59: pflanzlichen Gerbstoffe, die den Wein im Mund so
00:02:00: ein bisschen trocken oder pelzig machen, die wirken
00:02:03: plötzlich total unharmonisch.
00:02:05: Die wirklichen Idealtemperaturen, die liegen deutlich tiefer.
00:02:09: Hast du da mal ein Beispiel?
00:02:11: Also leichte Rotweine wie so ein Trollinger, die
00:02:13: brauchen echt nur 14 Grad.
00:02:15: Warte mal, 14 Grad?
00:02:17: Das ist ja kälter als das Wasser in
00:02:19: meinem Schwimmbad.
00:02:20: Ja, lacht nicht, das stimmt wirklich.
00:02:22: Mittlere Weine, also wie ein Spätburgunder, brauchen so
00:02:25: 16 Grad.
00:02:27: Und selbst richtig schwere Weine, so ein Barolo
00:02:29: zum Beispiel, sollten maximal bei 18 bis 19
00:02:32: Grad getrunken werden.
00:02:34: Okay, da ist mein normaler Kühlschrank also viel
00:02:36: zu kalt.
00:02:37: Und das Wohnzimmer ist meilenweit drüber.
00:02:39: Aber ganz ehrlich jetzt, macht dieser winzige Unterschied
00:02:42: von vielleicht 3 oder 4 Grad wirklich einen
00:02:44: komplett eigenen Schrank nötig oder bilden wir uns
00:02:47: das am Ende nur ein?
00:02:48: Es klingt total nach Spielerei, ich weiß.
00:02:52: Aber wir bilden uns das definitiv nicht ein.
00:02:54: Das ist pure Physik und auch die Chemie
00:02:56: des Geschmacks.
00:02:57: Okay.
00:02:58: Wenn die Temperatur auf den Grad exakt stimmt,
00:03:01: dann balancieren sich Tannine und Säure richtig aus.
00:03:04: Das ist eigentlich, als würdest du bei einem
00:03:07: Musikstück den Bass optimal einstellen, sodass du die
00:03:10: feine Melodie überhaupt erst richtig hörst.
00:03:12: Ah, das ist ein cooler Vergleich.
00:03:15: Okay, ich bin überzeugt, also die Temperatur macht
00:03:17: den Unterschied.
00:03:18: Aber ich habe jetzt in meiner Küche echt
00:03:20: keinen Platz für so ein riesiges Gastrogerät und
00:03:23: ich will auch nicht, dass mein Esszimmer aussieht
00:03:24: wie ein Labor.
00:03:25: Musst du auch gar nicht.
00:03:27: Es gibt mittlerweile super kompakte Modelle für den
00:03:29: Einstieg.
00:03:30: Stell dir mal ein Gerät vor, das nur
00:03:31: so 40 mal 30 mal 50 Zentimeter misst.
00:03:35: Ach krass, das ist ja winzig.
00:03:36: Genau, da passen etwa acht Flaschen rein und
00:03:39: die gehen auch schon ab 150 Euro los.
00:03:42: Und der Clou ist nämlich, und das unterscheidet
00:03:44: sie halt vom normalen Kühlschrank, die halten nicht
00:03:47: nur stur die Temperatur, Sondern?
00:03:49: Die regulieren auch die Luftfeuchtigkeit und schützen vor
00:03:51: Mikrovibrationen.
00:03:53: Ah, damit der Korken nicht austrocknet.
00:03:55: Richtig.
00:03:55: Und der Wein ruht so völlig erschütterungsfrei.
00:03:58: Wer sich da jetzt im Detail reinlesen möchte,
00:04:00: der kann sich diese ganzen verschiedenen Modelle und
00:04:03: Maße wunderbar im Küchenfinder Magazin anschauen.
00:04:06: Unter magazin.küchenfinder.com wird das alles nochmal
00:04:10: super aufgeschlüsselt.
00:04:11: Da steht auch, dass es Klimaschränke und Temperierschränke
00:04:15: gibt.
00:04:16: Ja, das ist eine super wichtige Unterscheidung.
00:04:18: Ein Klimaschrank, also zum Beispiel aus dieser Grand
00:04:21: Cru Reihe von Liebherr, der hat meistens nur
00:04:23: eine Zone.
00:04:24: Das ist dann für die Langzeitlagerung, oder?
00:04:26: Genau.
00:04:27: Den stellst du auf die perfekte Temperatur dafür
00:04:29: ein.
00:04:30: Der simuliert quasi das Klima von einem echten
00:04:32: Gewölbekeller.
00:04:33: Ein Temperierschrank dagegen, der hat mehrere Zonen.
00:04:36: Ah, das ist ja genial.
00:04:37: Dann habe ich servierfertigen Weißwein, Rosé und Rotwein
00:04:40: gleichzeitig in einem einzigen Gerät.
00:04:42: Exakt.
00:04:43: Alle exakt auf ihrer perfekten Trinktemperatur.
00:04:46: Das klingt natürlich großartig.
00:04:48: Aber mal Hand aufs Herz, wie alltagstauglich sind
00:04:51: diese Dinger wirklich?
00:04:51: Sind die nicht unglaublich aufwendig zu putzen und
00:04:54: zu pflegen?
00:04:55: Eigentlich gar nicht.
00:04:56: Im Gegenteil.
00:04:57: Weil du ja keine offenen Lebensmittel wie Wurst
00:05:00: oder Speisereste darin lagerst, sind die extrem pflegeleicht.
00:05:03: Macht Sinn.
00:05:03: Einmal im Monat innen kurz feucht auswischen und
00:05:06: vielleicht wöchentlich die Glasfront von den Fingerabdrücken befreien.
00:05:09: Das reicht völlig aus.
00:05:11: Und mein bester Praxistipp für dich ist eigentlich,
00:05:14: den Wein direkt nach dem Einkauf einräumen.
00:05:17: Damit immer die richtige Flasche startklar ist, falls
00:05:19: spontan Besuch kommt.
00:05:20: Ganz genau.
00:05:21: Weißt du, was mir dazu noch einfällt?
00:05:22: Es ist doch extrem schade, wenn man sich
00:05:25: jetzt all diese Mühe macht, sich diesen perfekten
00:05:27: Schrank kauft und dann steht die offene Flasche
00:05:29: Weißwein auf dem Esstisch und wird beim Reden
00:05:31: langsam wieder warm.
00:05:33: Oh ja, ein absoluter Klassiker.
00:05:35: Eben.
00:05:35: Und da gab es im Magazin einen tollen
00:05:37: Tipp, den ich mir direkt gemerkt habe.
00:05:39: Unbedingt zusätzlich noch eine kleine Weinkühlbox direkt am
00:05:41: Tisch nutzen, damit die ganze Mühe vorher nicht
00:05:43: völlig umsonst war.
00:05:44: Absolut richtig.
00:05:46: Wenn wir uns das große Ganze mal betrachten,
00:05:48: dann sehen wir einfach die richtige Temperaturkontrolle.
00:05:51: Das ist absolut kein Snobismus.
00:05:53: Es ist pure Wissenschaft, die dir am Ende
00:05:55: des Tages einfach viel mehr Genuss aus deinem
00:05:57: Wein holt.
00:05:59: Definitiv.
00:05:59: Definitiv.
00:06:00: Aber so einen kleinen provokanten Gedanken möchte ich
00:06:03: dir am Ende noch mit auf den Weg
00:06:05: geben.
00:06:06: Die Energieeffizienzklasse von diesen Geräten, die reicht nämlich
00:06:09: von A plus bis zu einem echt erschreckenden
00:06:12: G.
00:06:13: Oh ja, das ist ein riesiges Thema, das
00:06:14: man oft vergisst.
00:06:16: Eben.
00:06:17: Und ein Gedanke für dich zum Mitnehmen ist,
00:06:18: frisst dieser vermeintlich günstige 150 Euro Weinkühlschrank mit
00:06:22: Energieklasse G am Ende über die Stromrechnung vielleicht
00:06:25: das komplette Budget auf, das du eigentlich in
00:06:28: richtig guten Wein investieren wolltest?
00:06:30: Das ist eine extrem wichtige Frage.
00:06:33: Man sollte beim Kauf also definitiv nicht nur
00:06:35: auf den Preis, sondern auch auf die laufenden
00:06:36: Kosten schauen.
00:06:37: Ganz genau.
00:06:38: Also, bleib neugierig und wir hoffen, du findest
00:06:41: die perfekte Lösung für deine eigene Küche.
00:06:43: Herzlichen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten
00:06:45: Mal.
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